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Gut oder Böse?

Wir hören in diesen Tagen immer wieder Sätze wie: „Wir müssen jetzt alle vernünftig sein.“ Oder „Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen.“

Tatsächlich stoßen mich solche Sätze extrem ab und ich halte sie für anmaßend.

Wer bitte bestimmt oder beurteilt, wer vernünftig ist und wer nicht? Und ist wirklich alles nur noch schwarz oder weiß?

Sind diejenigen vernünftig, die sich strikt und ohne zu zucken an die Verordnungen der Obrigkeiten halten, seien sie auch noch so wenig nachvollziehbar oder vielleicht sogar selbst nicht ganz „vernünftig“ im Sinne von vorausschauend oder nach vorne gedacht?

Oder sind etwa diejenigen vernünftig, die sogar im Wald und dort, wo sie kaum einem anderen Menschen begegnen oder allein in ihrem Auto fahrend, eine Maske tragen?

Sind das jetzt also DIE GUTEN, die von den Bösen so simpel abzugrenzen sind?

Sind es die Guten unserer Gesellschaft, die mit dem Finger auf andere zeigen, die sich nicht so verhalten, wie sie selbst oder gar eine andere Sichtweise auf die Dinge haben?

Sind es die Guten, die andere Menschen, deren Meinungen nicht in das eigene Weltbild passen, einfach so, im Glauben an die eigene, unantastbare Rechtschaffenheit, als Covidioten bezeichnen oder sie als „persona non grata“ behandeln dürfen?

Sind es die Guten, die bestimmen, welche Sichtweisen  relevant sind und welche nicht? Ist das Demokratie?

Ich persönlich bekomme dabei echte Beklemmungen und das macht mich traurig, wütend und lässt mich manchmal richtig verzweifeln. Und ich habe dann so gar keine Ahnung, wie sich diese beiden Lager, die sich gefühlt immer weiter voneinander entfernen und in denen es auf beiden Seiten immer lauter wird, sich wieder friedlich vereinen lassen.

Und friedlich miteinander umzugehen ist meiner Meinung nach wirklich essentiell, denn in diesem Geschrei und diesem gegenseitigem Aneinander-Rumgezerre erkenne ich einfach nichts Gutes. Auf keiner Seite.

Ich persönlich bin kein besonders politischer Mensch. Nie gewesen. Deshalb tue ich mich etwas schwer damit, mich überhaupt zu diesem Thema zu äußern.

Aber ich habe auch eher das Gefühl, dass es hier weniger um Politik geht, sondern eher um Polemik. Denn diese spüre ich extrem stark auf beiden Seiten.

Für mich geht es darum, meine Haltung zu zeigen. Ich erhebe nicht den Anspruch auf Wahrheit oder darauf, Recht zu haben. Meine Haltung kommt aus der Tiefe meiner Seele. Und die möchte ich einfach zeigen.

Das, was ich beobachte und erlebe seit Beginn dieser ganzen Corona-Sch… ist eine Regierung, die von Anfang an darauf gesetzt hat, den Menschen Angst zu machen. Das ärgert mich.

Dabei möchte ich gar nicht so weit gehen, zu unterstellen, dass dies aus böser Absicht geschieht. Oder aus niederen Gründen, etwa um den Menschen zu manipulieren oder Rechte zu nehmen.

Möglicherweise stehen sogar ganz gute Absichten dahinter, die aus der Überzeugung stammen, den besten, oder anders ausgedrückt, den heilsameren Weg zu kennen und damit irgendwie diese populistisch anmutende Methodik des Entwerfens diffuser Schreckensszenarien zu rechtfertigen.

Die Wortwahl aller Politiker, ebenso die der „Berater“ die sie zu Wort kommen lassen, die Zahlen und möglichen Szenarien mit denen sie uns tagtäglich bombardieren und die wir mangels Vergleichen ja auch in überhaupt keinen relevanten Bezug setzen können, verfolgen für mich vor allem das Ziel den Menschen gefügig zu machen. Und wie ginge das besser, als Angst und Argwohn in ihnen zu schüren.

Ein Mensch der Angst hat, der verunsichert ist und sich bedroht fühlt, folgt natürlich besser als jemand, der sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen lässt und erst einmal selbst nachdenken möchte. In.Ruhe.Selbst.Nachdenken.

Wie seit Beginn dieser Zeit mit erwachsenen und man sollte doch meinen, mündigen Bürgern umgegangen wird und diese dann auch noch so laut nach noch mehr Führung, Befehlen oder Einschränkungen rufen, ist für mich das eigentliche Schreckensszenario.

Es zeigt mir, dass der Mensch zwar selbstbestimmt sein will, doch, wenn es darauf ankommt, nicht wirklich an diese Selbstbestimmtheit im Sinne von der eigenen Wirksamkeit glaubt.

So viele Menschen haben scheinbar irgendwo auf der Strecke die Verbindung zu sich selbst, das Vertrauen in ihre eigene Lebensenergie und den Glauben an ihre Selbstwirksamkeit verloren. Das ist nicht gesund. Und das ist das, was die Politik mit ihrer „Führungsqualität“ noch forciert. Hilfe, Leute.

Bitte, versteht mich nicht falsch, ich bin keiner der Corona leugnet oder das Ganze klein reden möchte. Im Gegenteil. Ich weiß und sehe, dass es einen Teil der Gesellschaft sehr hart treffen kann und dass Menschen daran sterben und natürlich will ich das nicht.

Aber Fakt ist nun einmal auch, dass Menschen, vor allem, wenn sie bereits auf ein sehr langes Leben zurückblicken können oder einfach nicht gesund sind, sterben.

Ich finde es schade und bedenklich, dass unsere Gesellschaft den Tod und das Sterben nicht wirklich integrieren will. Das allein halte ich schon für den ersten, sehr großen Fehler. Denn der Tod gehört zum Leben dazu. Und erst wenn wir den Tod annehmen, lernen wir wirklich zu leben.

Ich bin sehr dafür, mit offenem Geist, klarem Verstand und vor allem mit Herzenswärme diese Zeit und all deren Begleiterscheinungen kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Und besonders dafür bin ich, aus dieser Zeit zu lernen.

Es ist essentiell wichtig, allen aufkommenden Emotionen Raum zu geben, sie anzunehmen und zu fühlen, sie wirklich zuzulassen. Denn nur so, können wir überhaupt erst einmal zu kreativen, neuen Gedanken und Wegen finden.

Was jedoch ebenso essentiell ist, ist es, sich immer wieder zu erden. Sich immer wieder im wahrsten Worte zu beSINNen und eine Haltung zu entwickeln, die einem kreativen, nach vorne denkendem Geist entspringt und die wirklich etwas Gutes bewirken kann.

Mein Weg ist es nicht, laut schreiend ohne Masken auf alles zu kloppen, was mir nicht gefällt und alles und jeden für meine eigenen Emotionen verantwortlich zu machen.

Denn dieser im Außen geführte Kampf, diese nach Außen geschriene Wut, dieser Hass findet keine echte Resonanz im Außen Keine, die eine gute und friedliche Lösung kreiert, sondern richtet sich nach Innen und wirkt dort in einem zerstörerischem Ausmaß, das einzig nur Dich selbst in Schutt und Asche legt.

Lasst uns gemeinsam Wege finden, in denen wir uns aufeinander zu bewegen.

Wenn wir das nicht schaffen, kann uns auch kein Impfstoff wirklich helfen.

Denn, und das ist wichtig, wir sind eben nicht nur unser physischer Körper.

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