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Triff Deine Wahl

Alle Lebewesen, auch wir Menschen, existieren auf verschiedenen BewusstSEINS-Ebenen. In unserer materialistisch geprägten Welt, sind wir darauf konditioniert uns ganz besonders auf unseren physischen Körper zu beziehen. Durch ihn spüren wir uns und durch ihn drücken wir uns aus.

Doch wir hören mit diesem Körper nicht auf. Uns umgibt auch ein emotionaler und mentaler Körper. Ein Feld, in dem alle Erlebnisse, Empfindungen, Urteile, all unsere schönsten Erinnerungen und jeder Schmerz, den unser Bewusstsein jemals erfahren hat, gespeichert sind.

Darin haben Verletzungen und bedrohlichen Erfahrungen jeweils ihre Marker gesetzt und ihre Stachel tief in unsere Haut gebohrt.

Diese Verletzungen sind oft sehr alt und haben ihre Stachel in einer Zeit gesetzt, in der wir uns nicht wirklich schützen konnten. Vielleicht waren wir noch zu klein, haben keine wirkliche Unterstützung erfahren oder einfach keine Möglichkeit gesehen, damit umzugehen.

Es gibt dieses Sprichwort. „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Das halte ich für trügerisch. Zeit heilt gar nichts. Zeit vergeht einfach. Für die Heilung unserer Wunden braucht es schon uns selbst.

Was aber mit der Zeit passiert, ist, dass sie einen Weichzeichner, eine Decke darüber legt. Eine Decke gewoben aus all den neuen Erfahrungen, Herausforderungen und Erlebnissen. Das Leben geht weiter. Alles fließt…

Aber die Marker sind gesetzt. In unserem ganz normalen Alltag berühren wir diese Marker meistens nicht. Wir ahnen ja, daran zu rühren könnte weh tun. Und diesen Schmerz wollen wir möglichst vermeiden. Wir pflegen deshalb so eine Art „gesunde Distanz“ und kultivieren diese Decke. Mit der Zeit packen wir uns mitsamt all unserer Verletzungen in eine Art Ganzkörperkondom. Wir tragen unsere Masken, spielen unsere Rollen und sind darüber hinaus wahre Meister im Verdrängen geworden.

Immer wenn jemand oder etwas zu nah an uns herankommen, drückt es. Und dabei kommen die Marker in Bewegung. Und diese bewegte Energie, oder anders gesagt, diese Emotionen, rühren in alten Wunden rum. Und gerade davor, wollten wir uns ja schützen. Mussten wir. Damals. Als es überlebensnotwendig war. Heute könnten wir damit völlig anders umgehen. Wenn wir es aushalten und wenn wir es wirklich wollen würden.

Der erste Impuls, wenn etwas „unsere Knöpfe drückt“, ist dann meistens, entweder Flucht oder Frontal-Angriff. Beides provoziert oft ein Verhalten, das weder der Situation, noch uns selbst adäquat ist. Wir reagieren impulsiv. Und diese impulsiven „Übersprungs-Handlungen“ können manchmal tatsächlich etwas „schräg“ ausfallen. Das ist dann so der Moment in dem es schon mal peinlich werden kann.

Aber bevor wir jetzt in Scham versinken oder uns selbst zerfleischen, können wir einfach verstehen, dass dies eine ganz lebensnahe und Lebewesen generell anhaftende Attitüde ist. Dies ist nämlich unserem limbischen System geschuldet, genauer gesagt, einem Teil davon, der Amygdala, dem sog. Mandelkern, der sofort Alarm schlägt wenn so ein Marker berührt wird, denn es könnte ja wieder Lebensgefahr bestehen.

Sieh es wie eine Art Reflex.

Aus diesem Reflex heraus handeln wir dann. Meistens BEVOR wir nüchtern darüber nachdenken können. Wer das kann, dem bleibt möglicherweise einiges erspart. (und auch seiner Umgebung). Aber die meisten können es eben nicht. Oder halt nicht immer. Ich auch nicht. Und dann ist mal schnell was „rausgehauen“ was vielleicht besser noch ein Weilchen „dringeblieben“ wäre…oder so…

Nehmen wir mal unsere aktuelle Situation, bei der momentan ja wirklich bei allen oder doch zumindest bei den meisten von uns, ganz schön auf dieses Ganzkörperkondom gedrückt wird.

Für Viele sind es gerade die Politiker, die Kanzlerin, der Söder, der Spahn oder wie sie alle heißen, die die Knöpfe drücken und dabei in unseren Wunden rühren. Die alte Ängste, Ohnmachtsgefühle, was auch immer, so richtig fett triggern. Kann ich mich im Übrigen auch nicht ganz von frei sprechen. Aber ich arbeite dran.

Ich spüre selbst manchmal die Aggression in mir hochkochen, sobald der Herr Söder oder wer auch immer, die Bühne betritt und die ersten Worte spricht. Ich weiß aber auch, das ist nicht dieser Mensch auf dem Bildschirm. Das bin ich. Und das sind meine Wunden, die in dem Moment gerade schmerzen.

Diese Wut oder das Gefühl, das gerade hochkocht zu spüren und es zuzulassen, ist tatsächlich extrem wichtig für den Heilungsprozess.

Der erste Schritt, Wunden, Verletzungen, wirklich zu heilen, ist die Annahme dessen, was IST.

Und dann folgt der nächste Schritt. Darin stecken zu bleiben ist nämlich nicht gesund.

Oft ist es Wut, die als erstes Mal hochkommt. Und ganz zart, hinter dieser Wut, versteckt sich das wahre Gefühl. Das Alte. Das, was diesen Marker gesetzt hat. Hilflosigkeit. Ohnmacht, Angst…so was in der Art. Das, was damals eben nicht in unserer Macht stand, zu handeln.

Heute, als erwachsene Menschen, stehen uns ganz andere Kräfte zur Verfügung. Wir haben Wahl-Möglichkeiten. Dazu brauchen wir unseren klaren und offenen Geist. Und wir können dabei jederzeit die richtige Hilfe oder Unterstützung finden. Wir haben Macht und Möglichkeiten, unsere Wunden zu heilen. Wir müssen es nur wollen.

Leider, und das ist wohl auch das, was viele abschreckt, führt dieses Heil-Werden DURCH den Schmerz hindurch. Nicht an ihm vorbei.

Und dieser Part wird gerne übersprungen oder sonst wie überdeckt. Hilft aber alles nichts.

Wenn wir heilen wollen, ist das der Deal.

Aber, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, es liegt immer wieder so viel WUNDERvolles darin. Wenn Du Dich mutig darauf einlässt und für eine Zeit lang im Feuer stehen bleiben kannst, geschehen wirklich Wunder. Und, das tut meistens gar nicht so weh. Im Gegenteil. Du lernst so viel Spannendes und Überraschendes dazu. Auch, und vor allem, über Dich selbst.

Es ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die nur DU selbst treffen kannst. Du entscheidest, wie Du nun mit diesen Dingen umgehen willst.

Der Weg, den viele von uns immer wieder wählen, weil er zunächst mal einfacher erscheint, ist der, den Schuldigen im Außen zu suchen.

Jemand sagt oder macht etwas, was wir nicht richtig finden oder es geschehen Dinge, die unserer Empfindung nach, nicht passieren dürften.

Aber was Du auch immer über einen anderen Menschen denkst, ob Du glaubst, die Merkel ist doof, der Söder ein arroganter Fatzke oder Spahn nicht kompetent genug…kann alles sein, muss aber nicht.

Sie alle sind nur Projektionsflächen. DEINE Projektionsflächen, denn DU bist es, der das Bild darauf wirft und ihnen damit letztendlich die Macht über DEINE Emotionen gibst.

Du findest Merkel doof. Ok. Dein Nachbar findet sie vielleicht ganz sexy. Was ist sie denn nun? Doof oder sexy?

Vielleicht nichts davon, vielleicht beides. Who knows? Und tatsächlich ist es auch vollkommen egal.

Solange Du sie jedoch in Deinem Fokus behältst und als Verantwortliche siehst für Deinen Schmerz, für Deine missliche Lage oder dafür, was Dir gerade einfach nicht passt oder Dir das Leben schwer macht, solange wirst Du Deine Wunde immer und immer wiederholen und sie immer wieder selbst aufreißen. Dein System will Recht behalten. Und das wird es. Solange Du diesen Kreislauf nicht selbst unterbrichst.

Es gibt ja genügend Menschen da draußen, die ähnlich motiviert sind, mit denen Du Dich GEGEN irgendwas verbünden kannst. Je mehr Kämpfe Du führst gegen das, was IST, desto zerstörerischer ist die Kraft, die wütet. Und zwar IN DIR wütet. Das zerstört DICH.

Versteh mich bitte richtig, ich sage nicht, Du sollst Dich einer Sache beugen, die sich für Dich falsch anfühlt. Ich bin absolut dafür, für seine Überzeugungen und für seine Werte einzustehen.

Doch ich versuche dabei für mich auf zwei Dinge zu achten. Ich weiß, dass ich alles, was ich erlebe und für mich als wahr ansehe, aus meiner eigenen Matrix, aus meiner Erfahrungswelt, stammt. Deshalb ist es nur logisch, dass das, was ich empfinde, nicht unbedingt das sein muss, was stimmt. Und schon gar nicht für alle. Denn ich denke, dass es genauso viele „Wahrheiten“ gibt, wie es Menschen gibt. Deshalb ist die eine, wahre Realität für mich nicht sehr existent. Das ist mal der erste Punkt.

Und zweitens ist es für mich wichtig, nicht GEGEN die Meinung anderer, die ich sowieso nicht beeinflussen kann zu kämpfen, sondern mich FÜR meine Werte, für das, was ich mir wünsche, vorstelle oder bewegen möchte, einzusetzen.

Mir ist es wichtig, darauf zu achten, mit welchen Menschen, Gruppen oder Dingen ich mich beschäftige und umgebe.

Zieht mich das runter, raubt es mir Kraft oder Energie? Oder beflügelt es? Setzt es neue, nach vorne gerichtete Impulse?

Deshalb suche ich mir Menschen, mit denen ich die Dinge in eine positive Richtung bewegen kann. Menschen, die mich inspirieren und bereit sind nach echten und konstruktiven Wegen suchen.

Menschen, die wertschätzend mit sich selbst, mit mir und mit anderen umgehen.

Menschen, die bereit sind sich zu zeigen, die ihr Licht und ihren Schatten anerkennen und die groß genug für beides sind.

Wo Du diese Menschen findest?

Überall!

Sie zu erkennen ist ganz einfach. Spüre in Dich hinein, wie es Dir mit ihnen geht. Fühlst Du Freude? Fühlst Du gute Energie? Fühlst Du Spirit und Bewegung? Öffnet sich Dein Geist? Lacht Dein Herz?

Wie fühlst Du Dich?

Und danach triff DEINE Wahl.

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