Allgemein,  Zoés Blog

Gesundheit fängt im Kopf an

Diverse Verhaltens-Vorschriften zur besseren Kontrollierbarkeit der weiteren Verbreitung des Corona-Virus spalten unsere Gesellschaft.

Während die Einen sich stoisch konform zeigen, macht sich ein großer Teil der Menschen auf und/ oder stellt „unangenehme“ Fragen. Einige verirren sich auch dabei. Stimmt. Doch kopfschüttelnd mit dem Finger auf andere zu zeigen und sich selbst dabei auf der „richtigen“ Seite zu wähnen, ist, egal wo Du stehst, nicht wirklich cool.

Fragen nach der Verhältnismäßigkeit oder auch danach, wie sich diese ganzen Maßnahmen, die der Gesundheit, jedenfalls der körperlichen, ja eigentlich dienen sollen, auf unser Gesamtsystem auswirken, sind berechtigt.

Die World Health Organisation (WHO) definiert Gesundheit als „…einen Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen…“

Es gibt weitere Definitionen, die sich im Wesentlichen alle darauf beziehen, dass Gesundheit als ein ganzheitlicher Prozess verstanden wird, der sich nicht nur auf das körperliche Wohl begrenzt, sondern insbesondere das geistige und seelische Wohlergehen einbezieht.

Und es ist absolut wichtig, dass Gesundheit nicht nur als das Fehlen von Krankheit und Gebrechen charakterisiert wird, denn dies würde unserem komplexem System aus Körper, Geist und Seele nicht im Ansatz gerecht.

Vor dem Hintergrund, dass wir ALLE mit diesem Virus und den Auswirkungen der „Eindämmungsmaßnahmen“ seit Monaten konfrontiert sind und uns irgendwie damit arrangieren müssen, sollte ein kritisches Hinterfragen doch durchaus erlaubt sein.

Darauf, dass die vermeintlich Stärkeren die Schwächeren schützen, bzw. darauf aufpassen, ihnen nicht noch zusätzlich zu schaden, ist unser gesamtes gesellschaftliches Ideal aufgebaut

Das Streben nach Menschlichkeit ist der Grundgedanke des Humanismus. Übrigens genau wie der, dass jeder Mensch das Recht darauf haben soll, seine bestmögliche Persönlichkeitsentwicklung auszuleben.

Ich treffe in meinem Alltag täglich auf Menschen, die diesen humanistischen Grundgedanken in sich tragen und auf natürliche, ganz selbstverständlich Weise leben, die auf ihre Mitmenschen achtgeben.

Dort, wo ich diesen Grundgedanken jedoch ganz besonders erwarte, da, wo er beispielhaft und respektvoll gelebt werden sollte, suche ich ihn oft vergebens.

Aber danke, dass gerade aus diesen Reihen täglich daran „erinnert“ wird, menschlich zu sein. Integer, verantwortungsbewusst oder human.

Daran krankt unser System schon eine ganze Weile. Lange bevor dieser Virus seine Finger schmerzhaft und ziemlich unmissverständlich in offene Wunden bohren konnte.

Menschen brauchen, um sich gesund und wohl zu fühlen, neben der körperlichen „Gesundheit“, die übrigens jeder auf Basis seiner individuellen Situation auch unterschiedlich interpretieren wird, noch verschiedene andere Faktoren.

Dazu zählt die unverkrampfte körperliche Nähe, zu anderen Menschen genauso, wie das Vertrauen ins Leben und in die eigene Selbstwirksamkeit. Der Glaube daran, sich den Anforderungen, die das Leben stellt, gewachsen zu fühlen und sie zu meistern, ist existentiell wichtig für ein gesundes und glückliches Leben.

Als Mensch, der sich seit vielen Jahren leidenschaftlich mit der ganzheitlichen Gesundheit beschäftigt, sehe ich genau das in seiner Komplexität nicht ausreichend beachtet.

Täglich erneut mit Schreckensszenarien „auf Kurs“ gehalten und dabei zu immer mehr Verzicht und Disziplin aufgefordert zu sein, kann nur derjenige einigermaßen „gesund“ überstehen, dem die Gründe dafür auf der Strecke nicht abhanden kommen.

Und damit bin ich bei dem Thema „Empathie“.

Wie schon erwähnt, unterstelle ich den allermeisten Menschen, dass ihnen weder Verantwortungsgefühl oder der Blick auf das Wohl anderer fehlt, noch sie auf fahrlässige Weise damit „spielen“.

Auch dann nicht, wenn sie ihrer Lebensfreude Ausdruck geben. Der Begriff „Feiern“ ist dieser Tage fast zu etwas Unanständigem verkommen und wird schnell mal als „uferloses Gelage“ bezeichnet, das kontrolliert und im Zweifel lieber ganz gestrichen werden müsste.

Zur Erinnerung: Das lockere, unbeschwerte Zusammensein mit Freunden oder anderen Mit-Menschen, und dabei das Leben zu „feiern“, ist existentiell wichtig für unser Wohlergehen.

Ich habe Respekt vor JEDEM Leben und gehe weder leichtfertig mit der Gesundheit anderer um, noch stelle ich egoistisch motivierte Bedürfnisse über das Wohl der anderen.

Im Gegenteil. Ich unterstütze Menschen mit meiner ganzen Kraft und Liebe dabei, ihr Wohlempfinden und ihre Gesundheit auf allen Ebenen zu stärken. Auf der körperlichen genauso wie auf der mentalen und seelischen Ebene. Körper, Geist und Seele funktionieren als komplexe Einheit, die sich gegenseitig bewirkt.

Dass jedoch in dieser Zeit „feiern“ in einem Atemzug mit Verantwortungslosigkeit, mangelnder Empathie oder Unvernunft genannt wird, empfinde ich als einen Arschtritt ans Leben.

Kommen wir zurück zur Empathie.  Ich hab‘ extra noch einmal gegoogelt. wikipedia definiert Empathie als

„… die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden…“.

Exakt.

Und zur Empathie gehört es auch, angemessen auf die Gefühle anderer reagieren zu können.

Und um das überhaupt zu können, also um Gefühle überhaupt als z.B. Trauer, Schmerz, Angst usw. identifizieren und damit einordnen zu können, muss, sozusagen als Grundlage für empathisches Verhalten, auch die Selbstwahrnehmung gut funktionieren.

Heißt, je offener und klarer Du Dir über Deine eigenen Gefühle bist, je mehr Du diese in den „Gesamtkontext“ einordnen kannst, desto empathischer kannst Du anderen gegenüber fühlen.

Und dazu kommt auch, dass Du Deinen eigenen Gefühlen vertrauen und sie auch zum Ausdruck bringen solltest.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Und wir leben jetzt gerade in einer dieser „besonderen Zeiten“. Ich glaube, das hat mittlerweile jeder begriffen. Auch, dass nicht alles so bleiben kann oder wird, wie vor diesem Virus. Nichts bleibt, wie es ist. Niemals. Leben ist Veränderung. Die Fragen bleiben jedoch. Und genauso auch die Suche nach Antworten.

Wir werden mit „Wissen“, Zahlen zu Neuinfektionen, Erklärungen zu Reproduktionszahlen, teilweise apokalyptisch klingenden „Fakten“ zum Thema Corona zugeschmissen. (ja, da war ein „m“, schau ruhig nochmal nach..;-)).

Und  trotz der ganzen Informationsmenge wissen wir irgendwie überhaupt nichts.

Ist ja auch klar. Keiner weiß wirklich etwas. Manche so ein bisschen, manche vielleicht sogar ein bisschen mehr.

Aber das Ganze können wir nicht erkennen. Dafür ist es einfach viel zu groß für uns. Wir sehen stattdessen nur diesen kleinen und dennoch überdimensionierten Ausschnitt, den die Lupe ins Visier genommen hat.

Eine Lupe, die diejenigen setzen, die wir als Verantwortliche unserer Geschicke irgendwann wohl in der Mehrheit mal dafür auserkoren haben. Und natürlich diejenigen Experten, die unsere machthabenden Politiker wiederum dafür auserwählt haben. Das ist mal so. Tauschen möchte ich übrigens mit keinem davon. Aber das nur so am Rande…

In meinem Blog-Beitrag „Wissen.Macht.Nichts.“ bin ich schon einmal auf das Thema eingegangen, dass Wissen allein (welchem „Faktencheck“ dieses Wissen auch immer standhalten würde oder welchen Realitätsbezug es hat, sei dahingestellt) nichts macht.

Nur Machen, macht was.

Aber bevor man „macht“ ist es gut, das Wissen mit dem eigenen Leben, mit dem, was gerade um Dich herum IST, in Beziehung setzen zu können, es also irgendwie zu „begreifen“.

Wir suchen also in uns, in unserem Geist, nach den Erklärungen, die in unser Weltbild passen. Die das, was wir fühlen und glauben mit dem, was wir wahrnehmen deckt. Unsere persönliche „Realität“ gestaltet sich aus unserer eigenen Matrix.

Da wir alle aber einen anderen „Realitätsbezug“ haben, ist es gar nicht so einfach eine gemeinsame Linie zu fahren.

Dieser, unser Realitätsbezug, formt sich übrigens aus unseren Konditionierungen, Erfahrungen, individuellen Filtern usw., Das ist ein spannendes und sehr aufschlussreiches Thema. Führt an dieser Stelle jedoch zu weit weg. Komme drauf zurück. Ein anders Mal, ok?

Also:

Wenn wir nichts wirklich wissen, und davon gehe ich aus, wer weiß dann, was richtig oder falsch ist?

Ist es wirklich richtig, Menschen „unvernünftiges“, „verantwortungsloses“, „fahrlässiges“ Verhalten vorzuwerfen, nur weil sie einen Geburtstag, eine Hochzeit oder einen anderen, wichtigen, freudvollen Anlass in ihrem LEBEN Ausdruck geben möchten?

Ist es ok, Menschen medial zu verfolgen oder mit dem Finger auf „das Partyvolk“ zu zeigen und dabei ganz normalen Menschen zu unterstellen, das Leben anderer sei ihnen egal?

Ich fühle dies zunehmend suggeriert. DAS ist schlimm.

Ist es wirklich verantwortlich, Menschen bewusst in Angst zu versetzen, sie zu verunsichern, ihnen den künstlerischen Ausdruck, ihr Publikum, IHRE Luft zum Atmen zu nehmen?

Ist es richtig, Kindern ihr freies Spiel zu nehmen, die Unbeschwertheit, das Ungezähmte, ihr Urvertrauen oder die Distanz zu den Großeltern zu diktieren? Und letzteres ebenso umgekehrt?

Wer übernimmt die Verantwortung für eine Kinderseele, in der sich die innere Überzeugung manifestiert, geliebte Menschen nicht umarmen oder küssen zu dürfen, weil die sonst sterben könnten? Kinder denken geradeaus.

Ist es wirklich richtig, Menschen, die allein aus der Tatsache heraus, dass sie zufällig in einem neuerdings als „Hotspot“ definiertem Ort leben, zu untersagen, sich im eigenen Land am Meer, in den Bergen oder wo auch immer sie das möchten, zu erholen? Oder von Ihnen ein Gesundheitsattest verlangen, dass ihnen die „Beherbergung“ am gewünschten Urlaubsort dann doch noch großzügig gewährt?

Wie geht man auf die Menschen zu, die sich offenbar bereits jetzt dazu aufgefordert fühlen, andere zu denunzieren. DAS ist schlimm.

Wer gibt den Menschen Zuversicht, die sich aus lauter Verunsicherung ihren Mitmenschen gegenüber zunehmend aggressiv oder intolerant verhalten. Die ihren „Sicherheitszonenbereich“ teilweise durch lautes Anschreien oder Anpöbeln verteidigen (hab ich leider selbst schon ein paar Mal erlebt). Das ist eine Beobachtung, die ich absolut erschreckend finde.

Gesundheit fängt im Kopf an.

Denken wir alle einfach immer wieder daran, wenn wir das nächste Mal jemanden bewerten, verurteilen oder uns jemand die „Knöpfe drückt“.

Vielleicht braucht dieser Mensch gerade DICH, Deinen Zuspruch, Dein Lächeln, Deine beruhigenden Worte „Alles ist gut.“

Empathie ist keine Einbahnstraße.

Alles IST und alle SIND miteinander verbunden. Auch DU und ICH.

DANKE für Deine Empathie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.